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„Geben ist seliger als nehmen“ - Pfingstgottesdienst als Höhepunkt des Kirchentags

(08.06.2014) Die Sonne steht schon hoch am Himmel, als Jean-Luc Schneider, Kirchenoberhaupt der Neuapostolischen Kirche (NAK), um 10:00 Uhr das Pfingstfest im gut besetzten Münchner Olympiastadion beginnt. Doch die rund 47.000 Teilnehmer trotzen mit Strohhüten, Tüchern und anderen Kopfbedeckungen der Hitze. Gleich zu Beginn des Gottesdienstes überrascht der Stammapostel damit, in diesem Jahr kein spezielles Grußwort zu verlesen, wie es bislang an Pfingsten Tradition war. Vielmehr solle weiterhin das Jahresmotto „Mit Liebe ans Werk“ im Mittelpunkt des Glaubenslebens neuapostolischer Christen stehen.

Der Predigt lag das Bibelwort aus Römer 5, 5 zugrunde: „Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellt der Stammapostel die Jesu Worte, die Apostel Paulus in seiner Abschiedsrede an die Ältesten von Ephesus weitergab: „Geben ist seliger als nehmen“ (Apg 20,35). Gott sei immer der Gebende, weil er die Liebe ist, erläutert Schneider. Wer Gottes Geist empfangen habe, habe damit auch die Liebe Gottes empfangen. Folglich gelte das Gebot des Gebens für alle Christen.

Mittlerweile ist die Sonne weiter gen Süden gezogen und scheint nun auch auf die ersten Reihen, die am Morgen noch im Schatten der Bühne lagen. Vereinzelte Zuhörer verlassen das Stadion, doch die meisten geben sich unbeeindruckt vom Sonnenschein und den Temperaturen nahe bei 30 Grad und lauschen geduldig den weiteren Predigtbeiträgen: Rainer Storck, seit Februar 2014 Bezirksapostel der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen, sowie Leonard Kolb, Bezirksapostel für die USA, und Urs Hebeisen, Bezirksapostel in Südost-Asien.

Das Musikprogramm im Gottesdienst gestalten ein Jugend-Projektchor aus den Kirchenbezirken München-Süd, München-Nord, Kempten und Ravensburg unter der Leitung von Yvonne Keck und David Zenker und ein sinfonisch besetztes Blasorchester unter der Leitung von Burkhard Schmitt.

Vor der Feier des Heiligen Abendmahls ruft das Kirchenoberhaupt alle Anwesenden dazu auf, bewusst für die Gaben Gottes zu danken. Darüber hinaus sei er sich sicher, dass auch die Verstorbenen verstärkt auf das zurückschauen, was Gott ihnen gegeben hat. In der ersten Reihe vor der Bühne bleibt ein Stuhl frei. Auf der Sitzfläche liegt eine Todesanzeige mit dem Zitat: „Danke für alles, was du mir gegeben hast“. Es erscheint wie eine Bestätigung der Predigt. „Es war sein letzter Wunsch, hier dabei zu sein“, sagt ein Freund.

Die Stille im Olympiastadion nach dem solistischen Musikbeitrag zum Abschluss der Abendmahlsfeier raubt einem den Atem. Für einen Moment scheint es, als sei niemand im Stadion. Man meint eine Feder zu Boden fallen hören zu können. Am Ende des Gottesdienstes tritt der im Ruhestand lebende Stammapostel Wilhelm Leber, der Amtsvorgänger von Jean-Luc Schneider, noch an den Altar und richtet ein paar Worte an die Gottesdienstteilnehmer. Die Menge applaudiert und erhebt sich von den Plätzen. Während der Stammapostel mit den zehn anwesenden Bezirksaposteln das Stadion verlässt, singen alle nochmals gemeinsam den IKT-Song „Singt ein Lied von Gott“. Und viele hört man noch vor dem Stadion die Melodie pfeifen…

Einen weiteren Bericht über den Pfingstgottesdienst finden Sie auf der Webseite der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland