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Wege zur Inklusion in Gemeinde und Kirche

(06.06.2014) Ein Programmbeitrag des ersten Internationalen Kirchentags (IKT) aus dem Bereich "Leben mit Behinderung" fand am Freitagmittag, 6. Juni, in der Werner-von-Linde-Halle statt: Der Vortrag "Wege zur Inklusion in Gemeinde und Kirche".

Die Referentin Moni Frobel arbeitet seit 30 Jahren mit Kindern und Jugendlichen mit körperlichen Behinderungen und Lernbehinderungen. Daher ist sie auch in einer Fachgruppe der Kirche für Menschen mit Behinderungen tätig. Das erarbeitete Konzept, das sie in ihrem Vortrag vorstellte, soll der Vereinheitlichung der verschiedenen Ansätze in dieser Arbeit dienen.

Alle deutschen neuapostolischen Gebietskirchen, sowie die Niederlande und die Schweiz haben Experten entsandt, die an der Konzeption aktiv beteiligt waren. Sie betonte, dass sich der Vortrag nicht in erster Linie an Menschen mit Behinderungen richte, sondern an alle die mithelfen können, dass ALLEN an ALLEM eine Teilnahme ermöglicht werden kann.

Der Vortrag wurde von ihrem Sohn auch in die Gebärdensprache übersetzt. Eigentlich sollte die Inklusion in einer christlichen Gemeinschaft selbstverständlich sein, so der Beginn des Referates. Die Kirche ist keine Wertegesellschaft, sondern steht unter dem Motto: "Dein Bruder ist so gut wie du!" Ihre Vision ist es, eine Kirche zu schaffen, in der sich alle Menschen wohl- und angenommen fühlen. Sie skizzierte kurz den Werdegang im Umgang mit behinderten Menschen in der Gesellschaft. Sehr lange Zeit sind diese Menschen ausgegrenzt worden.  Seit einiger Zeit ist jedoch  eine merkliche Verbesserung  zu verspüren.

Über die Stufe der Integration ist man mittlerweile bei der Stufe der Inklusion angekommen. Die Botschaft für die Gemeindemitglieder soll sein: "Wir lassen uns auf unser Gegenüber ein!" Auch behinderte Geschwister sind vollwertige Mitglieder der Gemeinde. Ein individuelles Eingehen auf die Situationen erfordert natürlich sowohl in der Gemeinde, als auch in der Seelsorge Fingerspitzengefühl und besondere Maßnahmen.

So wünscht sich die Arbeitsgruppe, dass es mehr Gottesdienste mit Predigtbeiträgen in leichter Sprache (leicht verständlicher) geben sollte. Sie nehmen Jesus als Maßstab. Er lehrte oft mit Bildern und bediente sich der Anschauung seiner Zeit.  In verschiedenen Gebietskirchen gibt es bereits besondere Angebote für Menschen mit Behinderungen. Diese sind eine echte Bereicherung,  bilden aber keinen Ersatz für die Inklusion in der Gemeinde, so die Aussage der Referentin. Durch den Schatz an ehrenamtlichen Mitarbeitern können sich die Gemeinden und die Kirche der Aufgabe stellen, ist sie sich sicher. Die Umsetzung und Weiterentwicklung des Konzeptes liegt in den einzelnen Gebietskirchen.  Das erklärte Ziel ist die "Inklusive Kirche". Der Vortrag endete mit Zitaten von Otto Herz. Er sagte unter anderem: "Inklusion ist eine Haltung, aus der Handlungen erwachsen!" Gott über alles zu lieben und den Nächsten wie sich selbst, das sollte die Devise sein!